GUI Entwicklung des Andritz HI-PASE tools

Marco Girardi

Am 20. Januar 2016 präsentierte Marco Girardi seine Masterarbeit GUI Entwicklung des Andritz HI-PASE tools.

Abstract

Die hier vorgestellte Arbeit ist ein Einblick in die Entwicklung einer Automatisierungssoftware am praktischen Beispiel der Andritz Hydro HIPASE Software. Der theoretische Teil umfasst die Entwicklung von digitalen Benutzeroberflächen unter dem Gesichtspunkt des Industriedesigns. Ziel der Arbeit ist es, durch den theoretischen Teil Einblick in Softwareentwicklungsprozesse zu geben und aufzuzeigen, welcher Mehrwert dabei durch industrielle Gestaltung erzielt werden kann. Der anschließende Part setzt sich mit der praktischen Entwicklung an der realen HIPASE Software auseinander und gibt Einblicke in das fertige Produkt. Im abschließenden Teil werden Parallelen zwischen theoretischen Entwicklungsmethoden und der faktischen Ausarbeitung aufgezeigt sowie Verbesserungen vorgeschlagen.  

Beim HIPASE Engineering Tool handelt es sich um ein neuartiges Werkzeug zur einfachen und effizienten Parametrierung sowie Steuerung der gesamten Automatisierungstechnik bei der Stromerzeugung durch Wasserkraft. Die Desktop-Variante dient dazu, alle Phasen des Engineerings zu steuern und umzusetzen. Zur Steuerung und Kalibrierung vor Ort, sprich im Wasserkraftwerk, wird eine eigens entwickelte, berührungssensitive Oberfläche zur Unterstützung eingesetzt. Diese beiden Softwaretools wurden in Bezug auf Design und Programmierung weitgehend parallel entwickelt. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass beide Oberflächen gemäß ihrem Informationsgehalt ergonomisch und funktionell gestaltet wurden. Der Benutzer wird bei allen Varianten geführt, von der Desktop-Ausführung, über das Tablet, bis hin zum Betrieb über die festgelegten Programm- und Designrichtlinien. Durch die erstmalige vollgrafische Prozessabbildung in Echtzeit ermöglicht das HIPASE Engineering Tool ein rasches, ergonomisches und dadurch effizientes Engineering.  

Der Sektor der Gestaltung von digitalen Oberflächen erlebt einen immer größer werdenden Aufschwung. Durch die fortschreitende Digitalisierung unserer Umgebung, werden Designrichtlinien für Benutzeroberflächen immer relevanter. Vom Smartphone bis zur Steuerung von Anlagen sind die Anwendungen für gute Gestaltung schier endlos. Am Markt genügt es nicht mehr, ein rein technisch funktionierendes Produkt zu präsentieren. Benutzer erwarten innovative und praktikable Softwareanwendungen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen. Im konkreten Fall bezieht sich diese Arbeit auf ein stark funktionell und technisch getriebenes Produkt. Gerade hier gestalterisch eingreifen zu können, ist sicherlich nicht die Regel, aber dafür umso interessanter. Die Firma Andritz Hydro hat als eine der wenigen Firmen früh genug beschlossen, dass Innovation nicht morgen beginnen darf, sondern sich als maßgebliches Kriterium in der Gegenwart positionieren muss. In diesem Sektor kann sich Industriedesign als strategische Disziplin vollwertig entfalten und daran teilhaben, einen Mehrwert für Unternehmen und Benutzer zu erarbeiten. 

Dipl.-Ing. Marco Girardi

Industrial Design
Universität für künstlerische und
industrielle Gestaltung Linz.