Gestaltung und prototypische Umsetzung einer Leichtbau-Orthese für Verletzungen im Arm- und Handbereich

Simon Hauer

Am 10. Dezember 2014 präsentierte Simon Hauer seine Masterarbeit Gestaltung und prototypische Umsetzung einer Leichtbau-Orthese für Verletzungen im Arm- und Handbereich.

Abstract

Knochenbrüche sind in Österreich eines der häufigsten Resultate von Sport- und Freizeitunfällen. Somit ist die Orthese zur Behandlung derartiger Verletzungen eine der am meisten angewendeten Behandlungsformen.

Die Ruhigstellung eines Bruches zur Behandlung ist in der Medizin schon lange die Regel und wird als eine der konservativen Behandlungsmethoden bezeichnet. Vom Mitte des 19. Jahrhunderts erfundenen schweren Gipsverband zu modernen Kunststofforthesen ist die Anwendung weitgehend gleich geblieben. 

Im Großen und Ganzen sind drei Parteien in den Behandlungsprozess involviert: der Arzt oder die Ärztin, welche/welcher die Diagnose stellt und eine Behandlung anordnet; der oder die Orthopädietechniker/in, der/die eine geeignete Orthese anfertigt, und der oder die Patient/in, deren Verletzung behandelt werden muss.

Zwar ist allen involvierten Parteien die bestmögliche Behandlung ein Anliegen, jedoch hat fast nur der/die Patientin auch mit den unangenehmen Aspekten einer Ruhigstellung, wie Bewegungseinschränkung, zu leben. Es ist daher sinnvoll eine Orthese zu entwickeln, die nicht nur die Funktion der Ruhigstellung erfüllt, sondern den/die Träger/in dabei unterstützt, in der Zeit der Behand-lung möglichst ohne Einschränkungen wie Hautirritationen oder starkem Muskelabbau zu leben. Viele dieser Probleme können durch eine Leichtbauorthese gelöst werden. Weiters wird durch die Integration von 3D-Scan und 3D-Druck in den Fertigungsprozess die Orthopädietechnik um weitere Techniken erweitert und die Orthese individuell an den oder die Patientin angepasst werden.

Dieser Technologietransfer soll jedoch keinen Paradigmenwechsel forcieren, sondern lediglich einen neuen Zugang zu dem sehr handwerklich geprägten Berufsfeld bringen. Die Anwendung von bionisch inspirierten Leichtbaustrukturen trägt zur Materialreduktion bei Beibehaltung bestmöglicher Stabilität bei.